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Wie richte ich mein Google Analytics Konto ein? Teil 2

Liebe Community,

 

in der Artikelserie “Wie richte ich mein Google Analytics Konto ein?“ stelle ich Euch in sechs Teilen die erforderlichen Grundeinstellungen und wichtigsten Optionen von Google Analytics vor. Am Ende der Serie habt Ihr nicht nur viele Einstellungsmöglichkeiten von Google Analytics kennengelernt, sondern auch den Grundstein für erfolgreiche Analysen gelegt.

 

Die Artikelserie gliedert sich in folgende Themenblöcke:

  1. Tracking-Code abrufen & integrieren. Datenschutz beachten.
  2. Datenansichten & Filter
  3. Kontoverknüpfungen, Site Search & Werbefunktionen
  4. Conversion- & Ereignistracking
  5. Datensegmente, benutzerdefinierte Berichte & Dashboards
  6. Vermerke, benutzerdefinierte Benachrichtigungen, Kampagnentracking


Teil 2: Datenansichten & Filter


Im zweiten Teil der Artikelserie "Wie richte ich ein Google Analytics Konto ein?" erkläre ich die Grundeinstellungen einer Datenansicht, und warum ihr in Google Analytics immer mindestens drei Datenansichten verwenden solltet. Außerdem zeige ich, wie ihr internen Traffic und Referrer Spam herausfiltern könnt.

 


 

Teil 2: Inhaltsverzeichnis

 

  1. Datenansichten
    1. Grundeinstellungen
    2. Zusätzliche Datenansichten
  2. Datenansichtsfilter
    1. Internen Traffic herausfiltern
    2. Referrer Spam herausfiltern

 


1. Datenansichten

Eine Google Analytics Property kann bis zu 25 Datenansichten enthalten. Datenansichten sind nützlich, um bestimmte Aspekte einer Property wie etwa Subdomains oder einzelne Kategorien von Zugriffen gesondert darzustellen. Außerdem lassen sich Zugriffsrechte auf Datenansichtsebene steuern. Damit ist es möglich, Mitarbeitern oder externen Dienstleistern Zugriff auf beschränkte Datenmengen zu geben.

Mehr zur Kontostruktur in Google Analytics: https://support.google.com/analytics/answer/1009618?hl=de

 

1.1 Grundeinstellungen 

Ein frisch angelegte Google Analytics Property enthält eine Datenansicht mit dem Namen "Alle Websitedaten". Über den Menüpunkt Verwaltung könnt ihr auf die Datensicht zugreifen und einige Grundeinstellungen vornehmen:

Teil2-Bild1.png

  1. Name der Datensicht: Ihr könnt der Datenansicht einen beliebigen Namen geben.

  2. URL der Website: Hier tragt ihr den Domainnamen der getrackten Website ein. Diese Information wird in den Content-Berichten und der In-Page-Analyse verwendet.

  3. Zeitzone: Stellt die Zeitzone richtig ein, damit die in den Berichten angezeigten Daten der richtigen Uhrzeit zugeordnet werden.

  4. Währung: Wenn ihr E-Commerce-Tracking oder Zielvorhaben mit Conversion-Werten nutzt, könnt ihr an dieser Stelle festlegen, welche Währung den Conversion-Werten zugeordnet wird.

  5. Bots herausfiltern: Mit dieser Option lassen sich die Seitenaufrufe, die durch bekannte Bots und Spider verursacht werden, aus der Datenansicht herausfiltern. 

Weitere Informationen zu den Einstellungen der Datenansichten findet ihr in der Google Analytics Hilfe: https://support.google.com/analytics/answer/1010249?hl=de

 

 

1.2 Zusätzliche Datenansichten

Bei der Arbeit mit Datenansichten wird man in der Regel auch Filter benutzen, z.B. um internen Traffic oder Referrer-Spam herauszufiltern. Filter sind in Google Analytics ein mächtiges Instrument, mit ihnen lassen sich sogar die Inhalte einzelner Datenfelder überschreiben.

Beim Einsatz von Filtern müsst ihr beachten, dass die Filter wirken, bevor die Daten in eurer Datenansicht gespeichert werden. Das bedeutet, dass herausgefilterte Zugriffe nicht wiederhergestellt werden können.
Deshalb ist beim Einsatz von Filtern besondere Vorsicht geboten, um keine benötigten Daten zu verlieren oder zu verfälschen.


Ich empfehle euch, dass ihr gleich zu Beginn noch mindestens zwei weitere Datenansichten anlegt:

 

  1. Legt eine Backup-Datenansicht an, die keinerlei Anpassungen wie etwa Filter enthält. Wenn gewünscht, könnt ihr in dieser Ansicht auch die Option Bots herausfiltern deaktivieren. Dann hättet ihr in der Backup-Datenansicht Zugriff auf alle in dieser Google Analytics Property verfügbaren Daten. So könnt ihr bei Bedarf prüfen, welche Daten in einer anderen Ansicht herausgefiltert wurden.
  2. Legt eine Test-Datenansicht an, in der ihr neue Filter oder andere Anpassungen zunächst testet, und ihre Wirkung auf eure Daten überprüft. Wenn sich die neu definierten Filter wie erwartet verhalten, könnt ihr sie anschließend in eure Arbeitdatenansicht („Alle Websitedaten“) übertragen.

Zusätzliche Datenansichten lassen sich auf zwei Wegen erzeugen.

Entweder unter dem Menüpunkt Verwaltung:

Teil2-Bild3.png

 

Oder durch Kopieren einer bestehenden Datenansicht:

Teil2-Bild2.png

 

Wichtig: Beim Kopieren einer Datenansicht werden auch etwaige Filter in die neue Datenansicht übertragen. Eine Backup-Datenansicht sollte auf diesem Weg nur erzeugt werden, wenn ihr sicher seid, dass die kopierte Ansicht keinerlei Filter enthält.

 

 

Weitere Informationen zum Anlegen neuer Datenansichten und dem Kopieren bestehender Datenansichten findet ihr hier:

https://support.google.com/analytics/answer/1009714?hl=de

https://support.google.com/analytics/answer/3256366?hl=de

 

Darüber hinaus lassen sich zusätzliche Datenansichten für verschiedenste Zwecke nutzen, z.B. um den Traffic einzelner Subdomains getrennt zu analysieren oder auch um beim Cross-Domain-Tracking den Traffic verschiedener Domains in separaten Ansichten darzustellen.

 

 

2. Datenansichtsfilter

Mit Datenansichtsfiltern lassen sich die in einer Ansicht dargestellten Daten einschränken und verändern. Im Basis-Setup von Google Analytics sind vor allem Filter zum Ausschluss von internem Traffic und Referrer Spam interessant. Die Möglichkeiten der Datenansichtsfilter gehen jedoch weit darüber hinaus. Mehr Informationen zu den Filtern findet ihr hier: https://support.google.com/analytics/answer/1033162

 

Wichtig: 

  • Datenansichtsfilter werden auf die eingehenden Daten angewendet, bevor sie in der Property gespeichert werden. Gefilterte Daten können nicht nachträglich geändert oder wiederhergestellt werden. Deshalb sollten neue oder geänderte Filter immer zuerst in einer Test-Datenansicht überprüft werden.
  • Datenansichtsfilter werden nicht rückwirkend auf die in der Ansicht enthaltenen Daten angewendet. Sollen bereits gespeicherte Daten einer Ansicht gefiltert werden, bieten sich zu diesem Zweck die benutzerdefinierten Segmente an.

 

2.1 Internen Traffic herausfiltern

In Google Analytics wird auch der sogenannte interne Traffic erfasst. Dies sind Zugriffe auf die Website, die von euch selber oder Kollegen und Mitarbeitern eures Unternehmens stammen. Der interne Traffic verfälscht die Daten in Google Analytics, weil sich hinter ihm keine potenziellen Kunden verbergen, und sollte deshalb herausgefiltert werden.

 

Wenn ihr oder euer Unternehmen von eurem ISP (Internet Service Provider) eine feste IP-Adresse zugewiesen bekommen habt, lässt sich für diese IP-Adresse mit wenigen Schritten ein Filter definieren, der Zugriffe von dieser IP ausschließt.

 

Beispiel:

Eure IP-Adresse sei 111.22.33.44 und ihr habt in eurem Google Analytics Tracking-Code die IP-Anonymisierung (siehe Teil 1 dieser Artikelserie) aktiviert.

In der Verwaltung von Google Analytics wählt ihr die gewünschte Datenansicht aus, klickt auf Filter und dann auf +Filter hinzufügen. Nun wird der Filter zum Ausschluss des internen Traffics definiert:

 Teil2-Bild4.png

  1. Filtername: Gebt dem Filter einen eindeutigen Namen, der seine Funktion erkennen lässt.
  2. Der Filtertyp ist Benutzerdefiniert.
  3. Wählt die Option Ausschließen.
  4. Setzt das Filterfeld auf IP-Adresse.
  5. In das Feld Filtermuster wird nun die IP-Adresse eingetragen, von der die Zugriffe auf eurer Website herausgefiltert werden sollen. Hier tragen wir ^111.22.33. ein.

Warum wird hier nicht die vollständige IP 111.222.33.44 angegeben?

Der Grund liegt in der aktivierten IP-Anonymisierung: Sie bewirkt, dass das letzte Oktett der IP-Adresse nicht zu den Google Analytics Servern übertragen wird. Wir können also nur einen Filter für IPs definieren, die mit 111.22.33. anfangen. Genau dies bedeutet der reguläre Ausdruck ^111.22.33.

 

Daraus folgt, dass wir mit diesem Filter nicht nur unsere eigene IP 111.22.33.44 herausfiltern, sondern auch noch die 255 anderen möglichen Varianten wie zum Beispiel 111.22.33.143. Ein genaueres Herausfiltern ist an dieser Stelle nur bei deaktivierter IP-Anonymisierung möglich. Dem stehen jedoch die deutschen Datenschutzbestimmungen gegenüber.

 

Ergänzend könnte man eine weitere Datenansicht nur für den internen Traffic anlegen und in ihr einen Filter definieren, der die oben ausgeschlossene IP nun explizit einschließt. Damit ließe sich die interne Nutzung der Website analysieren.

 

 

2.2 Referrer Spam herausfiltern

Früher oder später werdet ihr in Berichten zu den Verweis-Zugriffen merkwürdige Traffic-Quellen wie zum Beispiel brateg.xyz, budilneg.xyz, usw. finden. Bei diesen Verweisquellen handelt es sich um sogenannten Referrer Spam, der nur dazu dient, euch neugierig zu machen und auf die angegebene Domain zu leiten. Dort finden sich häufig einschlägige Online-Shops oder mit Schadsoftware versehene Websites.

Teil2-Bild5.png

Auch wenn ihr nicht auf den Spam hereinfallt, haben diese Zugriffe in euren Statistiken nichts zu suchen, da sie die Daten verfälschen.

 

Google hat in den vergangenen Monaten große Fortschritte beim automatischen Herausfiltern dieses Spams gemacht, dennoch taucht immer wieder Referrer Spam in Google Analytics auf. Deshalb ist es ratsam, regelmäßig die Verweiszugriffe zu kontrollieren und die dubiosen Zugriffsquellen aus euren Datenansichten auszuschließen.

 

Dafür wird ein nun ausschließender Filter angelegt.

 

Nicht vergessen: Neue Filter immer zuerst in der Test-Datensicht überprüfen, bevor sie in der Arbeitsdatensicht angewendet werden!

 

In der Verwaltung von Google Analytics wählt ihr die gewünschte Datenansicht aus, klickt auf Filter und dann auf +Filter hinzufügen. Nun wird der Filter zum Ausschluss des Referrer-Spams definiert:

Teil2-Bild6.png

  1. Filtername: Gebt dem Filter einen eindeutigen Namen, der seine Funktion erkennen lässt.
  2. Der Filtertyp ist Benutzerdefiniert.
  3. Wählt die Option Ausschließen.
  4. Setzt das Filterfeld auf Kampagnenquelle.
  5. In das Feld Filtermuster wird ein regulärer Ausdruck eingetragen, z.B. dieser:
    ^(.*\.)?(budilneg|brateg|compliance-andrew)\.([^.]+)$

.

Was bedeutet das obige Filtermuster?
Jede Traffic-Quelle, die die Zeichenkette budilneg oder brateg oder compliance-andrew und eine beliebige Subdomain bzw. Domainendung enthält, wird herausgefiltert. Den Filter könnt ihr nach Bedarf erweitern oder einschränken.

 

Anmerkung: Alternativ kann derartiger Spam auch über die Abfrage des Hostnamens gefiltert werden. Wenn eure Domain meinedomain.tld lautet, würdet ihr im einfachsten Fall einen einschließenden Filter für den Hostnamen meinedomain.tld definieren. Damit lässt sich bei einfachen Website-Konfigurationen Spam-Traffic bequem filtern. Allerdings solltet ihr in Google Analytics genau prüfen, ob es evtl. weitere Hosts gibt, die im Filter berücksichtigt werden müssen. Dies kann beim Cross-Domain-Tracking ebenso der Fall sein wie bei einigen Drittanbieterlösungen, die ihr auf eurer Website eingebunden habt.

Info Christian Ebernickel

Online-Marketing ist meine Leidenschaft. Ich interessiere mich besonders für Google AdWords, SEO und Webanalyse sowie Online-Strategien. Hier in der Google Advertiser Community freue ich mich über regen Austausch rund um AdWords und Google Analytics.

Kommentare
Rang 12 Arne Kriedemann
November
Na, da ist er ja, der zweite Teil! Jetzt ist es fast schade, dass das Design sich bald ändert, aber der Inhalt bleibt ja exzellent! Großartige Arbeit!