Zurzeit sind 1.6K Mitglieder online.
Willkommen im Bereich 'Lernen' der offiziellen Google Advertiser Community
favorite_border

Wie richte ich mein Google Analytics Konto ein? Teil 6

Liebe Community,

 

in der Artikelserie “Wie richte ich mein Google Analytics Konto ein?“ stelle ich Euch in sechs Teilen die erforderlichen Grundeinstellungen und wichtigsten Optionen von Google Analytics vor. Am Ende der Serie habt Ihr nicht nur viele Einstellungsmöglichkeiten von Google Analytics kennengelernt, sondern auch den Grundstein für erfolgreiche Analysen gelegt.

 

Die Artikelserie gliedert sich in folgende Themenblöcke:

  1. Tracking-Code abrufen & integrieren. Datenschutz beachten.
  2. Datenansichten & Filter
  3. Kontoverknüpfungen, Site Search & Werbefunktionen
  4. Conversion- & Ereignistracking
  5. Datensegmente, benutzerdefinierte Berichte & Dashboards
  6. Vermerke, benutzerdefinierte Benachrichtigungen, Kampagnentracking

Teil 6: Vermerke, benutzerdefinierte Benachrichtigungen, Kampagnentracking

 

Im letzten Teil der Artikelserie zeige ich euch einige weitere Funktionen von Google Analytics, die für die tägliche Arbeit nützlich sind. Wir starten mit den Vermerken und benutzerdefinierten Benachrichtigungen, anschließend geht es weiter mit dem Kampagnentracking. 

 


 

Teil 6: Inhaltsverzeichnis

 

  1. Vermerke für mehr Überblick
  2. Benutzerdefinierte Benachrichtigungen
  3. Kampagnentracking (utm-Parameter) verwenden
     

1. Vermerke für mehr Überblick

 

Die Vermerke in Google Analytics sind eine Funktion, über die kaum geschrieben wird. An sich haben die Vermerke auch nichts Spektakuläres zu bieten, vielleicht führen sie deshalb ein Schattendasein.

Zu Unrecht! Denn Vermerke helfen euch, zusätzliche Informationen in euren Berichten unterzubringen. In jeder Datenansicht könnt ihr für ein beliebiges Datum Notizen hinterlegen. Das könnte zum Beispiel so aussehen:

Teil5-Bild2.png

  1. Einen neuen Vermerk erstellt ihr, indem ihr auf „+Neuen Vermerk erstellen“ klickt. Es öffnet sich ein kleiner Dialog, in dem Ihr Datum, Text und Sichtbarkeit des Vermerks festlegen könnt.
  2. Wenn ein Vermerk angelegt wurde, erscheint er im Diagramm für das entsprechende Datum als Sprechblase.
  3. Klickt auf die Sprechblase, um den Vermerk zu lesen.

Im obigen Beispiel wurden am 24.11.16 Änderungen am Tracking vorgenommen. Das ist ein typischer Fall, in dem ein Vermerk angelegt werden sollte. Denn schon einige Wochen nach solchen Änderungen weiß man meist nicht mehr genau, wann eine Änderung durchgeführt wurde und was eigentlich geändert wurde. Dieses Wissen ist jedoch enorm wichtig, um sicherzustellen, dass ihr eure Analysen auf einem soliden Datenfundament durchführt.

Wenn ihr Werbeaktionen durchführt, die zu einem sprunghaften Anstieg der Sitzungen führen (z.B. Newsletter), solltet ihr dies ebenfalls mit einem Vermerk in Analytics eintragen. So seht ihr auch noch Monate später auf einen Blick, warum es an einem bestimmten Tag in der Vergangenheit eine Traffic-Spitze gab.

 

 

2.Benutzerdefinierte Benachrichtigungen

 

 In Google Analytics lassen sich benutzerdefinierte Benachrichtigungen einrichten. Ein häufiger Anwendungsfall wäre zum Beispiel eine Benachrichtigung für den Fall, dass die Zahl der Sitzungen unter einen bestimmten Wert fällt. Das könnte dann ein Hinweis darauf sein, dass der Tracking-Code auf eurer Website nicht mehr richtig funktioniert.

 

Tatsächlich kommt dieses Szenario recht häufig vor: Es werden Änderungen an der Website vorgenommen, die unbeabsichtigt dazu führen, dass der Analytics Tracking Code nicht mehr ausgespielt wird oder fehlerhaft ist. Wer nicht täglich mit Google Analytics arbeitet wird eventuell erst nach längerer Zeit merken, dass in Analytics keine Daten mehr ankommen.

 

So legt ihr in Google Analytics ein benutzerdefinierte Benachrichtigung an.

 

Wählt in der Verwaltung eures Google Analytics Kontos die Property und Datenansicht aus, in der eine neue benutzerdefinierte Benachrichtigung angelegt werden soll:

Teil5-Bild3.png

Nachdem ihr Benutzerdefinierte Benachrichtigungen ausgewählt habt, klickt ihr auf die rote Schaltfläche +Neue Benachrichtigung:

Teil5-Bild4.png

Nun wird die benutzerdefinierte Benachrichtigung angelegt:

Teil5-Bild5.png

  1. Gebt der Benachrichtigung zunächst einen eindeutigen Namen.
  2. Die Benachrichtigung wird in der aktuellen Datenansicht angelegt. Ihr könnt an dieser Stelle aber gleich festlegen, in welche weiteren Datenansichten die Benachrichtigung übertragen werden soll.
  3. Hier könnt ihr festlegen, wie oft die Benachrichtigungsbedingung überprüft und ggfs. eine Benachrichtigung versandt wird. Es sind tägliche, wöchentliche und monatliche Benachrichtigungen möglich. Für die Überwachung, ob Daten in die Datenansicht einlaufen, ist das tägliche Intervall sinnvoll.
  4. Wenn eine Benachrichtigung ausgelöst wird, erscheint sie in Google Analytics unter den Radar-Ereignissen. Absolut ratsam ist es jedoch, den Haken für Email-Benachrichtigungen zu setzen, damit man informiert wird, auch wenn man nicht täglich in sein Google Analytics schaut.
  5. Nun wird die Bedingung definiert, die erfüllt sein muss, damit eine Benachrichtigung per Email verschickt wird. Da wir informiert werden wollen, wenn auffällig wenige Sitzungen erfasst werden, wählen wir „Alle Zugriffe“, „Sitzungen“,Ist weniger als“ und tragen im Feld „Wert“ eine sinnvolle Zahl ein. Der Wert sollte deutlich unter der üblichen Anzahl von Sitzungen liegen, aber nicht "1" sein. Denn selbst wenn der Tracking-Code auf eurer Website vollständig fehlen sollte, könnten Spammer über das Google Measurement Protocol Daten in Eure Property senden. Dann würdet ihr keine Benachrichtigung erhalten, obwohl auf eurer Website keine Sitzungen erfasst werden. Wählt deshalb einen Wert aus, der deutlich unter der normalen Anzahl von Sitzungen liegt und gleichzeitig über der üblichen Zahl von Sitzungen, die durch Spam verursacht werden.
  6. Speichern nicht vergessen, und die Benachrichtigung ist angelegt.

Ich empfehle euch, noch mindestens zwei weitere Benachrichtigungen für die Absprungrate anzulegen, denn deutliche Abweichungen von der durchschnittlichen Absprungrate können Hinweis auf Probleme beim Tracking sein. Gerade zusätzliche Ereignistrackings beeinflussen manchmal stark die Absprungrate, und reduzieren sie zum Teil auf extrem niedrige Werte. Deshalb macht es Sinn, beim Über- bzw. Unterschreiten einer bestimmten Schwelle den Versand einer Benachrichtigung auszulösen, damit ihr eure Trackings zeitnah überprüfen könnt. Insbesondere bei Onlineshops sollten auch benutzerdefinierte Benachrichtigungen versandt werden, wenn Conversions ausbleiben.

 

 

3. Kampagnentracking (utm-Parameter) verwenden

 

Vielleicht habt ihr schon einmal AdWords-Kampagnen geschaltet und die Analysemöglichkeiten für die Kampagnen in Google Analytics kennengelernt (siehe Teil 3 dieser Serie, Kontoverknüpfung mit AdWords).

 

Man kann in Google Analytics auch für beliebige andere Kampagnen ein Tracking einrichten. Es liefert zwar nicht ganz so detaillierte Informationen, wie sie durch die Verknüpfung von Analytics mit AdWords ermöglicht werden, dennoch hilft euch das Kampagnentracking sehr bei der Messung, Analyse und Optimierung eurer Kampagnen.

 

Das Kampagnentracking von Google Analytics basiert auf einigen zusätzlichen Parametern, die an die Ziel-URL gehängt werden.

 

Angenommen, ihr versendet einen Newsletter: In eurem Newsletter habt ihr verschiedene Links platziert, die auf eure Website zeigen. Wäre es nicht spannend zu wissen, wie viele Besucher eurer Website auf Links im Newsletter geklickt haben, auf welche Landingpages sie geführt wurden und vor allem, ob sie Conversions (z.B. Bestellungen) ausgelöst haben?

 

Ohne die utm-Parameter würde ein neuer Besucher, der auf den Link in einem Newsletter klickt, als Quelle (direct) und als Medium (none) zugeordnet bekommen. Es wäre nicht erkennbar, dass der Besucher auf einen Link in eurem Newsletter geklickt hat.

 

Doch genau das wird mit dem Kampagnentracking ermöglicht. Die Links, die ihr in eurem Newsletter platziert habt, werden um einige Parameter ergänzt. Es handelt sich um die sog. utm-Parameter, mit deren Hilfe beim Klick auf einen Link zusätzliche Informationen an Google Analytics übermittelt werden.

 

Es gibt fünf verschiedene utm-Parameter: utm_source, utm_medium, utm_campaign, utm_term und utm_content.

Die Parameter utm_source, utm_medium und utm_campaign sollten immer verwendet werden. Die beiden Parameter utm_term und utm_content sind optional und dienen der Unterscheidung Werbemittel bzw. Keywords.

 

Welche Informationen werden mit den verschiedenen Parametern übermittelt?

Teil5-Bild27.png

Wenn wir für unsere Links im Newsletter die drei Parameter utm_source, utm_medium und utm_campaign verwenden, finden wir diese Informationen in Google Analytics in den Dimensionen Quelle, Medium und Kampagne wieder.

 

Beispiel:

Für Sitzungen, die aus Klicks auf Links in eurem Newsletter resultieren, möchtet ihr folgende Informationen in Google Analytics sehen:

  • Quelle: newsletter
  • Medium: email
  • Kampagne: newsletter-nr-10

Diese drei Informationen werden jetzt einfach mit Hilfe der utm-Parameter an eure Links gehängt.

Klickt nun einer eurer Newsletterempfänger auf diesen Link, wird der Zugriff in Google Analytics der Kampagne newsletter-nr-10 zugeordnet, für Quelle / Medium steht newsletter / email in den Berichten:

Teil5-Bild6.png

 

Die Kampagnenparameter sind sehr flexibel. Ihr könntet sie zum Beispiel auch nutzen, um die Links, die ihr über soziale Medien teilt, mit zusätzlichen Informationen zu versehen:

Teil5-Bild7.png

 

Google stellt ein Tool zur Verfügung, mit dem die Parameter sehr einfach an eure URLs angehängt werden können:
https://ga-dev-tools.appspot.com/campaign-url-builder/

 

Weitere Informationen zu benutzerdefinierten Kampagnen findet ihr hier:
https://support.google.com/analytics/answer/1033863?hl=de

 


 

Damit ist die Artikelserie abgeschlossen. Ich hoffe, dass ich euch nützliche Tipps und Anregungen für die Arbeit mit Google Analytics geben konnte.

Viel Erfolg bei der Webanalyse!

 

0 Gefällt mir
Info Christian Ebernickel

Online-Marketing ist meine Leidenschaft. Ich interessiere mich besonders für Webanalyse, Google AdWords und SEO. Hier in der Google Advertiser Community freue ich mich über regen Austausch rund um Google Analytics. und AdWords.