Zurzeit sind 770 Mitglieder online.
Zurzeit sind 770 Mitglieder online.
Neu bei AdWords? Du hast gerade dein AdWords Konto eröffnet und fragst Dich, welche Keywords, Anzeigen und Kontoeinstellungen Du wählen sollst, um deine Marketingziele optimal zu erreichen? Oder hast Du deine erste Kampagne bereits gestartet und möchtest wissen, was Du noch verbessern könntest? Stelle hier deine Fragen. Hier findest Du auch wertvolle Tipps, wie Du Dich mit deinem AdWords-Konto vertraut machst.
Anleitung
favorite_border
Antworten

Keywordpool kontinuierlich optimieren

[ Bearbeitet ]
Rang 10
# 1
Rang 10

Hallo,

 

ich hätte eine grundsätzliche Frage, die sich auf die Optimierung des Keywordpools in den verschiedenen Phasen einer Kampagne bezieht. Ich werde einfach mal anhand eines Beispiels erläutern, wie ich vorgehe, es würde mich interessieren, ob Ihr diesbezüglich vielleicht Tipps und Anregungen habt, bzw. ob Ihr vielleicht ein ganz anderes Prinzip verfolgt.

 

Annahmen:

 

  • Kunde verkauft Ersatzteile für Autos
  • Eine Conversion darf maximal 20,00 Euro kosten um noch wirtschaftlich zu sein

 

Vorgehen:

 

  • Im Ersten Schritt erstelle ich für jeden Bereich klassifiziert nach Hersteller bzw. Produkttyp Anzeigegruppen z.B. so
    • Anzeigengruppe: Ersatzteile Mercedes
    • Anzeigengruppe: Ersatzteile BMW
    • Anzeigengruppe: Ersatzteile Audi
    • Anzeigengruppe: Ersatzteile Scheibenwischer
    • Anzeigengruppe: Ersatzteile Kennzeichenhalterung
    • Anzeigengruppe: Ersatzteile Motor
  • Die jeweiligen Anzeigegruppen erhalten natürlich nur Keywords und Anzeigen die zum jeweiligen Hersteller bzw. Produkttyp passen.
  • Im ersten Schritt füge ich alle Keywords mit der Gebotsoption „weitestgehend passend“ hinzu, um sicherzustellen, dass ich eine genügend große Reichweite habe
  • Nach einer gewissen Zeit (z.B. 4 Wochen) prüfe ich alle Keywords und pausiere diejenigen, deren CPA größer sind als der wirtschaftliche Wert von 20,00 Euro, des Weiteren schaue ich mir alle Keywords  an  (über Keywords-Details ==> alle) welche tatsächlich zu Conversions geführt haben, die mich weniger als 20,00 Euro gekostet haben und füge diese Keywords der Kampagne hinzu.

 

Meine Fragen:

 

  1. Sollte ich Keywords, die tatsächlich zu Conversions geführt haben, die aber noch nicht Bestandteil der Kampagne sind (Schaltung über ein weitestgehend passendes Keyword) als genau passend oder als weitestgehend passend hinzufügen?
  2. Grundsätzlich bedeutet „genau passend“ ja, dass der Traffic qualifizierter ist als bei „weitestgehend passend“, demnach liegt die Vermutung nahe, dass „genau passend häufig zu günstigeren Conversions führt. Mein Problem liegt darin, dass ich mit „genau passend“ häufig zu wenig Impressions und damit Conversions generiere. Es bleibt mir demnach nichts anderes übrig als auf „weitestgehend passend“ auszuweichen. Wie geht ihr mir dieser Problematik um?
  3. Wann sollte ich welche Keywordoption verwenden? (das Grundprinzip ist mir klar, mich würde einfach mal interessieren, wie Ihr entscheidet, welche Keywordoption ihr zu welchen Zeitpunkt nutzt).
  4. Gibt es an oben beschriebenem Vorgehen etwas auszusetzen, bzw. könnt ihr mir helfen mein Verfahren zu optimieren?
3 Expertenantwort(en)verified_user
1 AKZEPTIERTE LÖSUNG

Akzeptierte Lösungen
Als beste Antwort markiert.
Lösung
Akzeptiert von Kai-de-Wals (Top Beitragender)
September 2015

Hallo grhansolo,   das Verfahren ist grundsätzlich sehr g...

Top Beitragender
# 2
Top Beitragender

Hallo grhansolo,

 

das Verfahren ist grundsätzlich sehr gut, ich habe ein paar Verbesserungsvorschläge:

  1. anstelle Weitgehend Passend empfehle ich Broad Match Modifier dann sind die anfänglichen Streuverluste nicht ganz so hoch.
  2. beim Checken der wirklichen Suchanfragen (Keywords-Details) nach Impressions > x (je nach Zeitraum z.B. 10) filtern, um Begriffe auszufiltern, die nur einmal im Jahr gesucht werden.
  3. die guten, konvertierenden Keywords ruhig in Exact Match buchen aber dann mit höherem Gebot versehen. Damit stellst Du sicher, dass der Traffic nicht verdeckt weiter über das weitgehende Keyword läuft.
  4. Die Auwahl an guten Keywords wird so ständig wachsen und die Gebote auf den weitgehenden Keywords kannst Du nach und nach zurücknehmen oder auf Phrase umswichten oder ganz abschalten.
  5. pausieren würde ich ein Keyword erst, wenn es (je nach Conversionrate) schon mal eine rein rechnerische Chance auf eine Conversion gehabt hat.
  6. Leichte Falschschreibweisen kannst Du auch bei Nutzung von Phrase und Exact durch die Kampagneneinstellung "Keyword-Übereinstimmungstypen" noch abdecken (oder auch auschließen)
  7. Negative Keywords findest Du sicher schon deutlich früher als 4 Wochen nach Start der Kampagne, d.h. am besten frühzeitig nach schlechten Suchanfragen Ausschau halten
  8. so lange die guten Keywords sehr gut (in Deinem Beispiel mit CPO unter 20€) performen, können ruhig Phrase und Broad Keywords mitlaufen und weitere performante Keyword-Ideen generieren.

 

Die einzige wirkliche Gefahr an dem Vorgehen sehe ich daran, dass man sich mit den aktuellen Tracking Technologien (Last Click/Cookie Wins und Cookies überhaupt) den "Cold-Call" Traffic abschneidet und somit auch weniger guten "Abschluss" Traffic generiert, eine gute Mischung aus verschiedenen Matchtypes ist also grundsätzlich nie verkehrt - Exact liefert dabei die höhere Relevanz und macht mehr Arbeit, Broad macht wenig Arbeit und führt zu hohen Streuverlusten.

Lösung in ursprünglichem Beitrag anzeigen

Als beste Antwort markiert.
Lösung
Akzeptiert von Kai-de-Wals (Top Beitragender)
September 2015

Hallo grhansolo,   das Verfahren ist grundsätzlich sehr g...

Top Beitragender
# 2
Top Beitragender

Hallo grhansolo,

 

das Verfahren ist grundsätzlich sehr gut, ich habe ein paar Verbesserungsvorschläge:

  1. anstelle Weitgehend Passend empfehle ich Broad Match Modifier dann sind die anfänglichen Streuverluste nicht ganz so hoch.
  2. beim Checken der wirklichen Suchanfragen (Keywords-Details) nach Impressions > x (je nach Zeitraum z.B. 10) filtern, um Begriffe auszufiltern, die nur einmal im Jahr gesucht werden.
  3. die guten, konvertierenden Keywords ruhig in Exact Match buchen aber dann mit höherem Gebot versehen. Damit stellst Du sicher, dass der Traffic nicht verdeckt weiter über das weitgehende Keyword läuft.
  4. Die Auwahl an guten Keywords wird so ständig wachsen und die Gebote auf den weitgehenden Keywords kannst Du nach und nach zurücknehmen oder auf Phrase umswichten oder ganz abschalten.
  5. pausieren würde ich ein Keyword erst, wenn es (je nach Conversionrate) schon mal eine rein rechnerische Chance auf eine Conversion gehabt hat.
  6. Leichte Falschschreibweisen kannst Du auch bei Nutzung von Phrase und Exact durch die Kampagneneinstellung "Keyword-Übereinstimmungstypen" noch abdecken (oder auch auschließen)
  7. Negative Keywords findest Du sicher schon deutlich früher als 4 Wochen nach Start der Kampagne, d.h. am besten frühzeitig nach schlechten Suchanfragen Ausschau halten
  8. so lange die guten Keywords sehr gut (in Deinem Beispiel mit CPO unter 20€) performen, können ruhig Phrase und Broad Keywords mitlaufen und weitere performante Keyword-Ideen generieren.

 

Die einzige wirkliche Gefahr an dem Vorgehen sehe ich daran, dass man sich mit den aktuellen Tracking Technologien (Last Click/Cookie Wins und Cookies überhaupt) den "Cold-Call" Traffic abschneidet und somit auch weniger guten "Abschluss" Traffic generiert, eine gute Mischung aus verschiedenen Matchtypes ist also grundsätzlich nie verkehrt - Exact liefert dabei die höhere Relevanz und macht mehr Arbeit, Broad macht wenig Arbeit und führt zu hohen Streuverlusten.

Hallo grhansolo,   stimme komplett mit Thomas überein. Is...

Rang 8
# 3
Rang 8

Hallo grhansolo,

 

stimme komplett mit Thomas überein. Ist wirklich ein gutes Vorgehen. Sei vielleicht nicht ganz so hart die Keys rauszukicken, die deinen CPO-Grenzwert erreichen, sondern lass ihnen ggf. etwas Luft nach oben. Diese kann man häufig, mit niedrigeren Geboten, in anderen Anzeigengruppen, und oder mit eigenen Zielseiten gut in wirtschaftlichere Bereiche überführen. Zumindest solltest du diese später nochmals antesten.

 

Grüße

Tom

 

 

Super beitrag Thomas. Ja ich sehe die Gefahr des Last tra...

Top Beitragender
# 4
Top Beitragender

Super beitrag Thomas. Ja ich sehe die Gefahr des Last tracking ähnlich wie du. Viele setzen bei Adwords relativ stark auf exakt passende Keywords, weil Sie "passender" und "relevanter" sind. Aber es bieten auch mehr auf den exakten keys und die exakten Kexy sind diejenigen, die häufig am Abschluss eines Prozesses eingegeben werden.

Gerade aber z.B. ein Autoteile Lieferant kann durch broad Keys vielleicht guten Traffic ziehen. Allerdings wird die Zeit bis zur Konversion auch länger sein. Das muss man sich natürlich gut überlegen. Will ich lieber kurzzeitig "sicheren" günstigen CPO oder vielleicht lieber langfristig mehr Sales diese am anfangs zu einem höheren und erst nach Wochen zu einem günstigeren.

Ich schreibe das, weil ich merke, dass in vielen vielen Konten sich immer mehr auf Top-Keys konzentriert wird und viele doch in einen "Optimierungswahn" verfallen. Das führt zu der absurden Situation, dass die Key-Preise steigen, gleichzeitig aber weniger Umsatz gemacht wird. Man sollte als Autoteile-Shop auch überlegen, ob einem nur der Sale wichtig ist oder nicht auch Umsatz und der Kunde. Denn einen einmal gewonnen Kunden kann ich via email-Marketing etc auch zu weiteren Verkäufen anregen. Was den Umsatz angeht. Nichts spricht dagegen bei einem Autoteilehändler nicht alles zu bewerben, sondern z.B. NUR die Artikel mit besonderen Margen oder hohem Umsatz.

Keine Ahnung eben nur die Scheibenwischer von Mercedes im 10ner Pack, statt einen Satz Skoda Scheibenwischer.

 

Grüße

Thorsten

Hallo grhansolo,   > Nach einer gewissen Zeit (z.B. 4 Woc...

Top Beitragender
# 5
Top Beitragender

Hallo grhansolo,

 

> Nach einer gewissen Zeit (z.B. 4 Wochen) prüfe ich alle Keywords und pausiere diejenigen, deren CPA größer sind als der wirtschaftliche Wert von 20,00 Euro

 

> pausieren würde ich ein Keyword erst, wenn es (je nach Conversionrate) schon mal eine rein rechnerische Chance auf eine Conversion gehabt hat.

 

Bzgl. der "gewisse Zeit" optimiere ich meist nicht zu schnell und verwende da die Faustregel

 

   Mindestanzahl Klicks = 5 x den Erwartungswert der Klicks für eine Conversion = 5 / Conversionrate

 

(d.h in Thomas' Aussage die rechnerische Chance auf 5 Conversions), damit ich da statistisch ausreichend sicher sein kann, bevor ich ein Keyword aufgrund zu schlechten CPOs ausschließe. Beispiel:

 

  Conversionrate = 2%   =>  Mindestanzahl Klicks = 5 / 0,02 = 250 Klicks

 

Nach welchen Regeln geht ihr an dieser Stelle vor?

 

Viele Grüße, Christoph

Hallo Christoph,   Deine Regel ist auf jeden Fall sinnvol...

Top Beitragender
# 6
Top Beitragender

Hallo Christoph,

 

Deine Regel ist auf jeden Fall sinnvoll.

 

Bei einer großen Anzahl von Keywords kann sie aber schnell ins Geld gehen. Von daher habe ich keine festen Regeln sondern arbeite je nach Performance und Budget (wenn limitiert). Wenn ich hier Luft habe, lasse ich natürlich gern mehr Daten auflaufen, um fundiertere Entscheidungen treffen zu können. Habe ich Performance- oder Budget-Engpässe, nutze ich auch auf teils andere Werte, wie Bouncerate oder Zwischenstufen zur Conversion (Stichwort Microconversions), um so frühzeitig die Spreu vom Weizen zu trennen.

Hallo,   vielen Dank für die tollen Beiträge, das hilft m...

Rang 10
# 7
Rang 10

Hallo,

 

vielen Dank für die tollen Beiträge, das hilft mir sehr weiter um mein Konzept zu optimieren :smileyhappy:.

 

Beste Grüße

Hallo Thomas,   ja, absolut richtig. Je höher die Schwell...

Top Beitragender
# 8
Top Beitragender

Hallo Thomas,

 

ja, absolut richtig. Je höher die Schwelle zur Conversion ist, desto teurer wird leider die notwendige Statistik ... ;-)

 

Viele Grüße, Christoph